
Quelle: Thüringer Allgemeine, Juli, 2004
Vorher waren es Schreibmaschinen. Als die Erfurter Traditionsmarke Optima
1999 mit dem Einbruch des Rußlandsgeschäfts ihren wichtigsten Kunden verlor,
gliederte sich die bereits begonnene Entwicklung und Montage von Registrierkassen
aus. Unter dem Kunstnamen QUORiON wurde eine eigene Fertigung aufgebaut.
Eine fast neue Fabrikhalle fand man in Stotternheim. Heute produziert
die Mannschaft monatlich etwa 2500 Registrierkassen und legte damit gegenüber
dem ersten Halbjahr 2003 um 150 Prozent zu. Rund 800 nach Osteuropa, der
Rest wird in Westeuropa sowie Asien verkauft. QUORiON bietet ein komplettes
Sortiment von der Preiswerten und einfachen Handelskasse bis zum anspruchsvollen
Kassensystem. Letzteres kann ziemlich viel. Zum Beispiel die Ladenhüter
und die Renner im Verkauf ermitteln, mit anderen Geräten vernetzt kooperieren
oder das Lager verwalten. Auf die Frage, was der Mittelstandsbetrieb der
japanischen Konkurrenz voraus hat, nennt Frank Grüschow als QUORiON-Chef
vor allem zweierlei: Flexibilität und einen hohen Anteil von Forschung
und Entwicklung. Von der augenblicklich 27-köpfigen Mannschaft arbeiten
gerade mal 10 in der Fertigung. Der Rest treibt als Software-Spezialist,
Elektroniker oder Mikrotechniker die Produktion voran und betreut die
Kunden. Wir exportieren in 50 Länder mit jeweils eigenen Spielregeln beschreibt
Frank Grüschow die Kunst, sich auch auf das kleinste Detail einzustellen.
Auf einem Markt wie beispielsweise Griechenland, Italien, oder Argentinien
sei Fiskal Memory angesagt. Dort verplompt man die Registrierkasse, sind
die Steuerdaten nur dem Finanzamt zugänglich. Auch sei es oft üblich daß
die in der Gastronomie, in Hotels, Supermärkten oder Biergärten eingesetzten
Kassen von einer Regierungskommission zugelassen werden. Dies schnell
umzusetzen, überfordere so manchen Wettbewerber in Japan ebenso wie die
Forderung nach kuzen Entwicklungszeiten. Während bei QUORiON zwei bis
drei Monate bis zum neuen Produkt veringen, brauche die Kokurrenz ein
halbes Jahr.
In der Fertigungshalle wird zwischen 7 und 16 Uhr montiert. Und zwar nur
auf Bestellung und gegen Vorkasse. Das hat QUORiON inzwischen international
durchgesetzt, was dem Thüringer Unternehmen zwei Vorteile bringt: keine
Zahlungsausfälle und kaum Lagerhaltung. Manche der Registrierkassen tragen
den im Osten wohl bekannteren Namen Optima. Die Kunden im Osten wollen
es so.